Sonntag, 14. Februar 2010

Das Horn der Angst

Das Horn von Afrika ist seit Jahren ein Hort politischer und ökonomischer Instabilität auf dem afrikanischen Kontinent und das obwohl es in einigen Teilen Afrikas längst eine beeindruckende Aufbruchstimmung gibt. Allgemein werden mit dem Horn von Afrika vor allem die Konflikte in Sudan und in Somalia in Verbindung gebracht, doch das überschattet die erheblichen Probleme in Äthiopien und Eritrea. Beide Staaten führten zwischen 1998 und 2000 einen blutigen Grenzkonflikt, der zwar eingefroren wurde, aber noch heute hinter den regionalen Spannungen steht. Die Vereinten Nationen scheiterten mit ihrem Versuch den Konflikt beizulegen und zogen vor einer Weile frustriert aus der Grenzregion ab. Doch der Konflikt kann jederzeit wiederausbrechen und wird von der eritreischen Regierung genutzt, um das Land dauerhaft militärisch mobilisiert zu halten. Das hat gemeinsam mit der völlig undiplomatischen Linie des Regimes einen ganzen Reigen an internationalen Konflikten zur Folge. Von Äthiopien einmal abgesehen, hat das Land angespannte Beziehungen zum Sudan und Yemen unterhalten, die sich nur dann verbesserten, wenn irgendwo ein noch größerer Feind identifiziert wurde. 2008 zettelte das Regime auch noch einen kurzen Krieg mit Djibouti an und sein Einfluss in Somalia hat dazu beigetragen, dass der Konflikt sich dort immer stärker vertieft. All das wird nur von der katastrophalen Lage im Land selbst übertroffen: Auch wenn das Land erst 1993 seine Unabhängigkeit erlangte, gehört es zu den wenigen, noch verbliebenen stalinistischen Regimen der Welt, wie Nicole Hirt in ihrem lesenswerten Briefing eindrucksvoll darstellt. Mit anderen Worten: Das ganze Horn von Afrika ist ein Sicherheitskomplex und Eritrea gehört zum Problem.

Keine Kommentare: