Montag, 10. November 2008

Ein Quäntchen Trost



Moderne Helden, so weiß SPIEGEL Online heute zu berichten, müssen weinen. James Bond, wie immer hart durchgreifend, zeigt die beiden Seiten des modernen Mannes - harte Schale, weicher Kern - gekonnt und setzt beide im Sinne seiner Majestät ein. Ähnliche Gedanken mögen Andrea Ypsilanti und Hessens SPD Generalsekretär Norbert Schmitt bewogen haben ebenfalls Tränen zu vergießen, so weiß die Süddeutsche Zeitung von heute mit geradezu poetischer Gabe zu berichten:

"In der Sitzung schlug sie dann Schäfer-Gümbel vor, pries kurz seine Verdienste im Landtag sowie um die Partei und sagte dann unter Tränen, dass sie noch zur Verfügung stehe, also Landes- und Fraktionsvorsitzende bleibe - Schäfer-Gümbel sagte, er selbst habe sie darum gebeten. Andrea Ypsilanti setzte sich dann an ihren Platz und weinte. Generalsekretär Norbert Schmitt bat die folgenden Redner, Ypislanti angesichts der hochemotionalen Lage in Ruhe zu lassen. Und begann ebenfalls heftig zu weinen."

Angesichts so vieler Tränen müsste eigentlich ein Erdrutsch-Sieg der SPD in Hessen bevorstehen, allein ein Wahlkampf ist kein Kinofilm. Schäfer-Dingens wird natürlich gnadenlos untergehen, nicht zuletzt weil die SPD eben keine harte Schale hat: Ihre Führung hat sich für die Jens Bullerjahn-Version von James Bond entschieden: weiche Schale, windelweicher Kern. Damit bleibt Roland Koch was er immer wahr: ein Held der alten Schule. Sieg ohne Tränen.

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