Sonntag, 30. November 2008

Blindflug nach Süden



Michael Glos ist, wenn schon nicht als Wirtschaftsminister zu klarer Führung in einer wirtschaftlichen Krise, so doch zu einem Schmunzeln immer fähig. So bot er seinem Amtsvorgänger und ehemaligen SPD-Mitglied Wolfgang Clement eine "Schnuppermitgliedschaft" in der CSU an. Die deutsche Sozialdemokratie hat historische Verdienste vorzuweisen und die Agenda 2010 gehört zu den größten Erfolgen, die die SPD in den dreißig Jahren hat erreichen können. Die Sozialsysteme zumindest für ein paar weitere Jahre überlebensfähig gemacht und eine Million Arbeitsplätze geschaffen. Wer von solch einem Erbe wegrennt, darf sich nicht wundern, wenn Clement austritt und die Hoffnung plötzlich auf Leuten wie Thomas Schäfer-Dings liegen. Das Probelm dabei ist: Früher war die SPD so etwas wie die Rolling Stones unter den Parteien, eigentlich unkaputtbar, trotz des größten Drogenkonsums. Nun macht sie Politik wie die Musiker bei Deutschland sucht den Superstar: Sie zaubert nur noch Politiktalente für eine Saison hervor. Aber das eigentlich bemerkenswerte ist: in der SPD hat es mal wieder niemand kommen sehen.

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